Freizeitsee und Pumpspeicherprojekt
Wunsiedler See und Burgsteinsee

© Dipl.-Ing. Matthias Popp, Burgstraße 19, D-95632 Wunsiedel,

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Presseberichte, Leserbriefe und einige Anmerkungen

September 2008

02. September 2008

Leserbrief (Nr.3) von Albin Braun aus Breitenbrunn.

Herr Braun stellt darin sieben Fragen, die beantwortet werden können:

1.) Die Herren Beck und Popp verfügen nicht über das Kösseinemassiv als wenn es ihr Eigentum wäre. Eigentümer der Grundstücke im Bereich des angedachten Burgsteinsees ist zum größeren Teil die Stadt Wunsiedel, zum kleineren Teil der Staatsforst des Freistaates Bayern. Das Eigentum am Granit (Bergbaurecht) besitzt eine Privatfirma. Neben vielen weiteren Fragen, die zu klären sind, müssen alle drei Eigentümer "unter einen Hut" gebracht werden, wenn der Burgsteinsee wie vorgeschlagen verwirklicht werden soll.

2.) Selbstverständlich wird die zukünftige Betreibergesellschaft des Freizeitsee- und Pumpspeicherprojektes dafür aufkommen, wenn später, trotz sorgfältiger Planung und Ausführung aller Arbeiten Schäden an Gebäuden, Quellen oder sonstigem privatem oder öffentlichem Eigentum auftreten sollten.

3.) Eine Garantie für Annahmen, wie die Zukunft verlaufen wird, gibt es nicht. Entscheiden können wir nur aufgrund aktueller Kenntnisse. Würde so eine Forderung bei jeder Entscheidung als Voraussetzung gestellt, dann befänden wir uns noch heute in der Steinzeit. Alle derzeit vorliegenden Erkenntnisse zeigen aber an, dass die Wirtschaftlichkeit eines Pumpspeicher auf Dauer gesichert sein wird und die Erlöserwartungen im Vergleich zu heute eher noch zunehmen werden. Jedes stillgelegte Kernkraftwerk, jede Erhöhung der Emissionsabgaben für CO-2 und jede weitere Verknappung von Erdöl und Erdgas wird die Notwendigkeit von Energiespeichern steigern und die Preisunterschiede zwischen Zeiten des Überangebots und des Strommangels erhöhen. Erfindungen oder Verhaltensänderungen, die diese Situation grundsätzlich verändern würden, müssten erst noch gemacht werden. Darauf zu hoffen, dass diese kommen und die Energierohstoffe weiter wie bisher zu vergeuden, als wären die Vorräte unendlich, wäre verantwortungslos. Damit würden auf alle Fälle die Finanzströme immer größer, die unsere Region verlassen, um Energie dort einzukaufen, wo man die Fakten rechtzeitig erkannt und gehandelt hat.

4.) Davon, dass Energiespeicher in nächster Zeit (der Leserbriefschreiber spricht von fünf Jahren) nicht mehr gebraucht werden könnten, ist nicht auszugehen. Im Gegenteil, je weiter die Zeit fortschreitet, um so dringender werden diese Anlagen werden. Je länger wir brauchen, das Vorhaben umzusetzen, desto später werden wir in den Genuss der davon ausgehenden Vorteile kommen.

5.) Persönlich können Herr Beck, ich oder unsere Stadträte niemals die finanzielle Verantwortung für dieses Projekt mit Eigenmitteln garantieren. Die finanzielle Dimension dafür ist viel zu gewaltig. Der Leserbriefschreiber kann jedoch davon ausgehen, dass jeder der Finanzmittel für dieses Projekt zur Verfügung stellt, sich ganz genau überlegen wird, welche Erfolgsaussichten dieses Projekt haben wird. Nur wenn es gelingt, diesen Nachweis belastbar und überzeugend zu führen, wird das Projekt überhaupt eine Chance haben verwirklicht zu werden. In diesem Zusammenhang ist der immer wieder geäußerte Verdacht, das Symposium oder die Machbarkeitsstudie würden manipuliert, um ein bestelltes Ergebnis zu liefern, vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Eine Studie, die aus solchen Gründen die Geldgeber nicht überzeugen würde, wäre wertlos.

6.) Meine Idealvorstellung wäre eine Betreibergesellschaft unter kommunaler Verantwortung der Stadt Wunsiedel und eventuell beteiligter Nachbargemeinden, an der sich Stadtwerke der Region aber auch Landkreis, Bezirk und Freistaats beteiligen können. Die Finanzierung sollte über den freien Kapitalmarkt abgewickelt werden. Beteiligungen von Bürgern der Region, insbesondere auch von Eigentümern, die ihre Grundstücke einlegen, könnte ich mir ebenfalls gut vorstellen. Hierzu tragfähige Vorschläge und Alternativen zu erarbeiten wird eine Aufgabe der Machbarkeitsstudie sein.

Herr Braun fordert auf, konkrete Zahlen zu nennen.

Hätten wir im Jahr 2007 dieses Pumpspeicherkraftwerk gehabt, dann hätte es in diesem Jahr pro Quadratmeter des Wunsiedler Sees Erlöse von mehr als 40 Euro erwirtschaftet. Die Landwirtschaft kommt bei guter Bewirtschaftung, zum Beispiel beim Anbau von Braugerste, auf einen Erlös, von ca. 2000 Euro pro Hektar oder 20 Cent pro Quadratmeter. Grob gesagt erlöst der Pumpspeicher an einem Tag auf der gleichen Fläche so viel, die die Landwirtschaft in einem Jahr. Das rechtfertigt auch die erforderliche Baumaßnahme. Der Abtrag baggerbaren Erdreichs kostet in der Größenordnung des vorgeschlagenen Projektes ca. einen Euro pro Kubikmeter. Selbst bei 30 Meter Geländeabtrag wäre das weniger als ein Jahreserlös. Treffen wir dabei auf Gestein, dann steigen natürlich die Abbaukosten. Handelt es sich dabei aber um guten Granit oder Wunsiedler Marmor, dann ist das Gestein vermarktbar und leistet damit selbst einen Beitrag zur Reduzierung der Baukosten. Je größer der See angelegt wird, desto größer werden die Erlöse, desto größer wird jedoch auch der Aufwand bei den Baumaßnahmen. Wo sich das wirtschaftliche Optimum einstellt, können nur genauere Untersuchungen ergeben. Neben rein wirtschaftlichen Betrachtungen sind allerdings noch viele andere Aspekte abzuwägen. Natürlich muss das Geld der Baumaßnahme erst mit Zins und Zinseszins an die Kapitalgeber zurückbezahlt werden, bis in fünfzehn oder zwanzig Jahren ein richtiger Finanzstrom bei den Betreibern ankommt. Damit dieser Finanzstrom bei uns ankommen kann, habe ich ein so großes Interesse daran, dass die Kommune die Federführung für dieses Projekt übernimmt. Fünfzehn Jahre sind im Leben einer Kommune ein kurzer und überschaubarer Zeitraum.

7.) Die Befragung der Träger öffentlicher Belange (Landratsamt, Regierung, Staatsregierung) fand im Zuge der Vorbereitung des Symposiums statt. Regierungsvertreter sind nur dann bereit, bei dem Symposium aufzutreten, wenn diese Anhörung vorher stattgefunden hat.

 

Leserbrief (Nr. 3) von Herrn Kimon Neusser.

Dieses Dokument verbreitet viel Aufregung aber keine neuen sachlichen Argumente. Der Leserbriefschreiber verkennt vollkommen, dass der derzeitige Umgang unserer Gesellschaft mit den natürlichen Ressourcen so nicht in alle Ewigkeit weiter gehen kann. Er tut so, als wäre bei uns im Fichtelgebirge schon alles in perfekter Ordnung und als ginge es uns überhaupt nichts an, wie und wo unser Strom produziert wird.

04. September 2008

Leserbrief von Herrn Erwin Kirch aus Schönbrunn. Er wohnt in der Straße "An der Röslau".

Herr Kirch stellt fest, dass der Naturschutzbund in Thüringen beim Bau von Goldisthal eine Summe von sieben Millionen Euro erstritt. Dann hatte er keine Einwendungen mehr gegen das Projekt. Hoffentlich schwingen bei unseren Naturschutzfunktionären nicht ähnliche Hintergedanken mit.

Leserbrief von Stadtrat Konrad Scharnagl aus Wunsiedel (SPD).

Er mahnt an, dass erst das Symposium abgewartet werden sollte, bevor hitzige Diskussionen, wie sie derzeit laufen, stattfinden.

05. September 2008

Leserbrief (Nr. 2) von Herrn Hans Kammerer aus Wunsiedel.

Herr Kammerer befürchtet, dass in den nächsten drei Jahren die Umstellung der gesamten deutschen Automobilflotte auf Elektroantrieb beginnen wird. Er schließt daraus, dass diese Autos dann immer mit Billigstrom in der Nacht aufgeladen würden und die Unterschiede zwischen dem Strompreis am Tag und in der Nacht verloren gingen.

Unterstellt man, dass die Umstellung von 40 Millionen PKWs in Deutschland auf Elektroantrieb tatsächlich innerhalb von ein oder zwei Jahrzehnten stattfinden könnte, dann müsste die gesamte Energie, die wir jetzt an den Tankstellen aufnehmen als Strom erzeugt werden. Das würde einen massiven Aufbau von Kraftwerken erfordern. Rechnet man dieses Szenario insgesamt nach, dann stellt man fest, dass durch die zusätzllichen Umwandlungen (Primärenergieträger in Strom, Strom in chemisch gebundene Energie der Autobatterie, Batterie in Elektroantrieb)  höhere Verluste auftreten, als wenn die direkte Umwandlung von Primärenergie im Auto stattfindet. Ein Ausstieg aus der Kernenergie und aus der Verstromung fossiler Energieträger würde damit sehr schwierig werden. Ich gehe allerdings davon aus, dass der Umstieg auf regenerative Stromerzeugung weiterhin verfolgt wird, weil wir langfristig (außer mit Kernkraft) keine Alternative dazu haben. Aber damit wird sich, wegen der stark schwankenden Erzeugung, der Bedarf an Speichern drastisch erhöhen. Die Umstellung unserer Fahrzeugflotte auf Elektroantriebe würde den Speicherbedarf weiter steigern, weil sich die Erzeugung des Stroms mit Wind nicht mehr an die jetzt noch gut berechenbaren Tag-/Nacht-Schwankungen halten wird. Dann kann ohne weiteres auch einmal mehrere Tage Flaute sein. Aber die Leute wollen dann trotzdem an ihren Arbeitsplatz und die Geräte in Gang setzen, mit denen sie arbeiten.

06. September 2008

Leserbrief (Nr. 2) von Herrn Gerhard Keltsch aus Wunsiedel.

Ihn befremdet die Art und Weise, mit welcher Polemik und Unsachlichkeit über den Projektvorschlag von machen Personen geschrieben wird.

08. September 2008

Leserbrief von Herrn Ludwig Dittmar aus Wunsiedel.

Er erinnert daran, dass zur Anbindung des Kraftwerks an das Höchstspannungsnetz der Bundesrepublik eine Leitung verlegt werden muss.

Zum Glück verläuft über unser Stadtgebiet östlich von Stemmasgrün eine 380 kV Leitung, an die das Pumpspeicherkraftwerk über eine ca. 10 km lange Leitung angebunden werden kann. Die Trasse kann so gewählt werden, dass sie nicht in unmittelbarer Nähe von Ortschaften verläuft.

19. September 2008

Leserbrief (Nr. 4) von Herrn Kimon Neusser aus Wunsiedel.

Er ruft dazu auf, dass sich die Landtagskandidaten gegen Autobahn und Pumpspeicher aussprechen sollen.

Um Missverständnissen vorzubeugen ist anzumerken, dass Pumpspeicher und Autobahn nichts miteinander zu tun haben. Neue Sachargumente werden nicht vorgebracht.

20. September 2008

Ankündigung einer Veranstaltung der FDP in Weißenstadt, bei der es um das Wunsiedler See Projekt geht und ich als Referent auftrat.

22. September 2008

Der Landtagskandidat Rainer Schöffel bezeichnete den Wunsiedler See als "Blödsinnprojekt", das "mehr Energie verbraucht, als es produziert".

Er beweist damit, dass er die energiewirtschaftliche Bedeutung eines Speichers nicht kennt und ein Pumpspeicherkraftwerk offensichtlich mit einem normalen Erzeugungskraftwerk verwechselt.

Schade, dass sich eine von mir geschätzte Person, die sich zudem mit einem Professorentitel schmückt, derart unqualifiziert in der Öffentlichkeit äußert. Als ich Herrn Rainer Schöffel einige Tage nach dieser Berichterstattung antraf, bot ich an, ihm den Unterschied zwischen Energiespeicherung und Erzeugung zu erklären und ihn umfassend über das Wunsiedler See Projekt zu informieren. Leider zeigte er kein Interesse an so einem Gespräch.

Was Herr Rainer Schöffel unter der von ihm angesprochenen "Ignoranz" versteht, die mit diesem Projekt an den Tag gelegt werde, ist mir ebenfalls unverständlich. Solche Vorschläge zu machen ist Bestandteil der Meinungsfreiheit. Dass so etwas passiert zeigt, dass wir in einer lebendigen Demokratie leben. Herr Rainer Schöffel sollte sich auch bewusst machen, dass es viel schwieriger ist, aktiv für etwas zu sein, als Vorschläge, die sich andere ausgedacht haben zu bekämpfen und zu zerstören.

Alle anderen Kandidaten äußerten sich differenziert zum vorgeschlagenen Projekt und wollten die Ergebnisse genauerer Untersuchungen abwarten, bevor sie ein Urteil abgeben. Bürgermeister Martini aus Tröstau gab bekannt, dass alle betroffenen Tröstauer Grundbesitzer gegen das Stauseeprojekt wären.

Dazu ist anzumerken, dass mir wegen des frühzeitigen Bekanntwerdens der Projektidee in der Presse, keine Zeit mehr blieb, die Tröstauer Grundstückseigentümer in persönlichen Gesprächen zu informieren. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass sehr große Vorbehalte gegen das Projekt besonders von den Leuten vorgebracht werden, die als Anlieger oder als Eigentümer erst aus der Zeitung davon erfuhren. Objektiv betrachtet sollte aber eine Verärgerung über nicht exklusive frühzeitige Information kein auf Dauer bestehender Grund sein, sich nicht doch noch einmal unvoreingenommen, mit der gesamten Sache und der Bedeutung für den persönlichen Wohlstand und den Wohlstand der Bürger unserer Region auseinander zu setzen.

25. September 2008

Sehr hohe Gewerbesteuereinnahmen bestätigt der Landtagsabgeordnete Tilo Kummer aus Thüringen den Gemeinden um den Pumpspeicher Goldisthal.

Sehr wenig informiert zeigten sich die diskutierenden Teilnehmer über die Bedeutung von Pumpspeichern bezüglich der Windkraft. Diese Zusammenhänge sind aber bereits mehrfach dargestellt worden.

Der BI-Sprecher Wolfgang Hermann aus Tröstau sprach von 50 Meter hohen Sperrmauern und einer Betonwanne, die im Röslautal entstehen würde. Wenn er damit Tiefensperren meint, dann verschwänden diese vollkommen im Untergrund und wären von oben überhaupt nicht wahrnehmbar. Der Altmühlsee bei Gunzenhausen und der Brombachsee weisen solche Konstruktionen auf. Erklärende Bildtafeln dazu befinden sich im Abschnitt "Bilder anderer Seen".

In diesem Zusammenhang von einer Betonwanne zu sprechen halte ich allerdings für völlig daneben gegriffen. Eine Industrieanlage, in der man weder schwimmen noch Boot fahren kann behauptet er, wird es werden. Unbegreiflich ist mir, was diesen Herrn Hermann dazu treibt, dermaßen unsachlich und übertrieben das Wunsiedler See Projekt zu bekämpfen.

 

Veranstaltungsankündigung des Bund Naturschutz.

 

 

 

Leserbrief von Herrn Dieter Hasselbacher aus Röslau.

 

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