Freizeitsee und Pumpspeicherprojekt
Wunsiedler See und Burgsteinsee

© Dr.-Ing. Matthias Popp, Burgstraße 19, D-95632 Wunsiedel,

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Bodenaushub

Die Schilderungen zum Bau des Wunsiedler Sees und des Burgsteinsees zeigen, dass riesige Mengen Bodenmaterial umgelagert werden müssen.

Zu den Kosten, die das verursacht kann grob gesagt werden, dass die Umlagerung von Bodenaushub in der anstehenden Größenordnung mit ca. einem Euro pro Kubikmeter zu Buche schlagen wird, wenn es sich um Material handelt, das vom Bagger einfach verladen werden kann. Je fester, steiniger und kompakter der Aushub wird, desto höhere Kosten wird der Geländeabtrag verursachen. Ein Tagebauexperte, dem ich die Situation schilderte sprach von Kosten, die maximal bei 10 €/m³ liegen werden, wenn es sich um extrem hartes Gestein handelt. Er rechne bei unserer Gemengelage im Falle steinigen Untergrundes mit ca. 4 €/m³ Abbaukosten.

Am Burgstein erwarten wir Granit. Ich nehme an, dass es sich um gute Qualität handeln wird, weil es im Kösseine- und Luisenburggebiet viele Steinbrüche gibt und gab. Dort oben geht es um eine Menge von ca. 4 Mio. m³. Diese Menge in kurzer Zeit abzubauen erfordert eine Herangehensweise, die sich von einem normalen Steinbruchbetrieb sicher unterscheiden wird. Wenn es sich um hochwertigen Granit handelt, dann wäre es allerdings die Vergeudung einer wertvollen Ressource, wenn dieser einfach zersprengt und als Schüttmaterial für den Damm verwendet würde. Hier böte sich die Möglichkeit, mit modernster Technik und ohne zerstörerisches Sprengen, hochwertiges Steinmaterial herauszusägen um damit überregional repräsentative Bauten und Plätze zu errichten. Dies könnte dazu führen, dass die Aushubarbeiten für den oberen See mehr Erlöse abwerfen als sie an Kosten verursachen. Der Diskussion über Granitimporte aus China könnte damit etwas entgegengesetzt werden. Möglicherweise könnte damit bei uns eine Branche wieder belebt werden, die schon einmal wirtschaftliche Grundlage für viele Menschen in unserer Region war.

Durch das Röslautal verläuft ein breiter Gesteinszug aus Wunsiedler Marmor. Zum Beispiel an der Brücke in Furthammer steht er in vier bis fünf Metern Tiefe massiv an. Bei der Seevariante bis Tröstau betrüge der gesamte Bodenaushub ca. 15 Mio. m³. Grob geschätzt könnten 5 Mio. m³ davon Wunsiedler Marmor sein. Dieser saugt sich nach Auskunft eines hiesigen Steinmetzmeisters nicht voll Wasser, wenn er damit in Berührung  kommt. Das ist ein großer Vorteil gegenüber beispielsweise dem Marmor aus Carrara, weil er damit witterungsbeständig ist. Sollte dieses Gestein in guter Qualität und Menge angetroffen werden, dann gilt dafür das gleiche wie oben am Burgstein. Es sollte dann nicht zersprengt und zu Schotter verarbeitet werden, sondern zersägt und für hochwertige Gebäudeverkleidungen und Platzgestaltungen vermarktet werden. Einige ehemalige Steinbrüche im Röslautal sind Indiz dafür, dass die Erwartung nicht unbegründet ist. Aber auch mit der Vermarktung dieses Gesteins für die  Verarbeitung zu Schotter oder Gesteinsmehl verdienen Steinbruchbetreiber gutes Geld. Möglicherweise wird deshalb auch der Aushub des Talgrundes, wenn er strategisch geschickt angegangen wird, Erlöse abwerfen und zur Reduzierung der Kosten für die Herstellung des unteren Sees beitragen.

Wenn die Voruntersuchungen und Probebohrungen derartige Verhältnisse anzeigen sollten, dann wäre im Vorfeld der Baumaßnahme eine groß angelegte Werbekampagne zu starten, mit der überregional auf die einmalige Gelegenheit für den Erwerb dieser hochwertigen Gesteine aufmerksam gemacht wird. Die Aufmerksamkeit, die dieses Projekt wegen seiner energiewirtschaftlichen Bedeutung, seiner Größe und seiner touristischen Nutzbarkeit mit Marmorufern, schwimmenden Straßen und Inseln bekommen könnte, käme dieser Werbekampagne in hervorragender Weise zu Gute.

Der größere Teil des Bodenaushubs wird aber nicht vermarktbar sein. Dieser wird dann gebraucht, um für den Bergsee den Damm zu formen. Weil dafür mehr als genug Material zur Verfügung stehen wird, kann damit am Nordhang des Burgsteins eine großzügige Landschaft mit Dammfunktion modelliert werden, die den sanften Hügelformen des Fichtelgebirges entspricht. Der technisch erforderliche Damm wird als solcher überhaupt nicht erkennbar sein, sondern es wird weit darüber hinaus eine spannende Landschaft entstehen, die nicht mehr die jetzt dort befindliche Fichten-Monokultur aufweisen muss, sondern eine weitaus vielfältigere Vegetation erhalten kann, als es jetzt der Fall ist. Möglicherweise kann der Aufbau der Bodenschichten dieser Landschaft so erfolgen, dass an einem Sammelpunkt eine zukünftige Trinkwassergewinnung erfolgen kann.

Der Transport der Bodenmassen aus den Talraum hinauf bis 820 Meter an den Nordhang des Burgsteins sollte nicht mit LKWs sondern mit Förderbändern erfolgen. Das bietet mehrere Vorteile. Zum einen wäre das ein kontinuierlicher, ruhiger Betrieb, der keine Verkehrsprobleme an der B303 verursacht. Ein LKW, der ständig aus 530 Meter Höhe auf 800 Meter hinauffährt, muss neben der Fracht auch jedes mal sein Eigengewicht mit transportieren und anschließend wieder herunterbremsen. Beim Förderband muss dagegen nur die Energie für den Materialtransport eingesetzt werden. Ein Tagebauexperte gab mir die Auskunft, dass in diesem großen Maßstab, ab einer Transportentfernung von ca. 300 Metern, Förderbänder die wirtschaftlich interessantere Variante sind.

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