Freizeitsee und Pumpspeicherprojekt
Wunsiedler See und Burgsteinsee

© Dr.-Ing. Matthias Popp, Burgstraße 19, D-95632 Wunsiedel,

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alternative Ufergestaltungen

Die vorgeschlagenen steilen Ufer lösen mittlerweile in der Öffentlichkeit heftige Diskussionen über deren Realisierbarkeit und Sicherheit aus.

Dazu muss zunächst grundsätzlich angemerkt werden, dass alles was hier vorgestellt wird bestenfalls eine Diskussionsgrundlage für spätere Gestaltungsüberlegungen sein kann. Frühestens bei einer Machbarkeitsstudie und hauptsächlich wenn das Projekt in eine Planungsphase geht, wird es sinnvoll sein Entwürfe zur Ufergestaltung auch öffentlich intensiv zu diskutieren. Bereits jetzt hitzige Debatten über solche Details zu führen ist völlig verfrüht. Die hier gezeigten Vorstellungen sollen in erster Linie zum Nachdenken und zur Diskussion anregen, wie zu dem See eine attraktive Uferlandschaft geschaffen werden kann.

Deshalb noch einmal der Hinweis: es geht hier um Gestaltungsanregungen und Diskussionsvorschläge und nicht um konkrete Pläne, die genau so wie dargestellt auszuführen wären.

Natürlich können Uferbereiche auch anders angelegt werden.

Mit etwa 30° Neigung könnte das wie folgt aussehen: 

In etwa so ist auch der Uferbereich des Schönbrunner Dorfteiches (der "Schwemm") aufgebaut. Diese künstlich angelegte Löschwasserstelle mit besagter Ufergestaltung hatte maßgeblichen Einfluss, dass Schönbrunn im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft, unser Dorf soll schöner werden" im Landeswettbewerb 2007 eine Gold- und im Bundeswettbewerb eine Silbermedaille bei mehr als 3000 teilnehmenden Ortschaften erreichte.

Noch etwas flacher ausgeführt könnte das so aussehen:

In lila Farbe ist im rechten Bildbereich zum Vergleich eine senkrechte Gestaltung skizziert. Bei einer flachen Ufergestaltung mit zum Beispiel 15 Grad zieht sich die Wasseroberfläche bei absinkendem Wasserspiegel immer weiter zur Seemitte zurück. Das insgesamt verfügbare  Arbeitsvolumen des Pumpspeichers wird dadurch reduziert. Das kann auf der einen Seite zu einer Reduzierung der Baukosten führen, schmälert wegen des geringeren Volumens aber auch die Erlösmöglichkeiten der Anlage. Welche Ausführung aus wirtschaftlicher Sicht die vorteilhafteste ist, kann nur auf der Basis konkreter Untersuchungen beantwortet werden.

Der besondere Reiz schwimmender Wege und Inseln würde bei einer flachen Ufergestaltung sicher wegfallen. Rundwege um den See verliefen dann nicht abgesenkt mit dem Wasserstand, sondern oben am Ufer vor den Gärten der Anlieger, ähnlich wie am Weißenstädter See.

Bei steileren Uferformen (die nicht gleich senkrecht ausgeführt sein müssen) mit schwimmenden Wegen und Inseln, ließen sich von den Gartengrundstücken direkte Seezugänge schaffen. Die in der Regel deutlich über dem 540 Meter Niveau liegenden Gärten der Anlieger wären so den Blicken der Seebesucher entzogen. Aus ihnen böte sich eine Aussicht auf den See, wie von einer erhöhen Uferterrasse.

Gut vorstellbar ist, dass es einen Wechsel zwischen flachen und steilen Uferzonen geben wird. Dort wo stabiler, wasserundurchlässiger Fels angetroffen wird, dürfte eine steilere Ausführung der Ufer interessanter sein und in Zonen mit weniger stabilem Bodenaufbau möglicherweise eine flachere Gestaltung.

Ein See von der Walkmühle bis Tröstau hätte eine Wasseroberfläche von ca. 130 ha und eine Uferlänge von ca. 10 km. Die Auswirkungen auf den Rückzug der Wasserlinie vom Zustand bei maximaler Füllung, auf die Oberfläche des Sees und auf das Arbeitsvolumen zeigt die folgende Tabelle:

 
   

Rückzug der Wasserlinie vom Ufer bei Wassertiefe (in Metern)

(leer)
Neigung Gefälle 10,0m 9,5m 5,0m 2,5m 0,0m
10° 17,6% 0,0 2,9 28,8 43,5 57,6
15° 26,8% 0,0 1,9 19,3 29,2 38,6
20° 36,4% 0,0 1,5 14,6 22,1 29,2
25° 46,6% 0,0 1,2 11,8 17,9 23,7
30° 57,7% 0,0 1,0 10,0 15,1 20,0
45° 100,0% 0,0 0,7 7,1 10,7 14,1
90°   0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
    Oberfläche des Sees (in Hektar)  
10° 17,6% 130 127,2 101,6 87,5 73,3
15° 26,8% 130 128,1 111,3 102,0 92,7
20° 36,4% 130 128,6 116,3 109,4 102,5
25° 46,6% 130 128,9 119,3 113,9 108,6
30° 57,7% 130 129,1 121,3 117,0 112,7
45° 100,0% 130 129,5 125,0 122,5 120,0
90°   130 130,0 130,0 130,0 130,0
             
    Arbeitsvolumen bei angenommenen 7 Metern Tidenhub
    bei Wasserständen zwischen 2,50 und 9,50 Metern
    mittlere Oberfläche Arbeitsvolumen Volumenverlust
10° 17,6% 107 ha 7,5 Mio. m³ 17,5%
15° 26,8% 115 ha 8,1 Mio. m³ 11,5%
20° 36,4% 119 ha 8,3 Mio. m³ 8,5%
25° 46,6% 121 ha 8,5 Mio. m³ 6,6%
30° 57,7% 123 ha 8,6 Mio. m³ 5,3%
45° 100,0% 126 ha 8,8 Mio. m³ 3,1%
90°   130 ha 9,1 Mio. m³ 0,0%

Die Tabellen zeigen, dass geneigte Ufer, je nach Ausführung, das Arbeitsvolumen des Sees um bis zu 20% reduzieren können. Sofern in den Uferbereichen kein kompakter, wasserundurchlässiger Fels angetroffen wird, kann es durchaus sein, dass flachere Ufer auch der Wirtschaftlichkeit zugute kämen, weil diese mit weniger Aufwand hergestellt werden können.

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