Freizeitsee und Pumpspeicherprojekt
Wunsiedler See und Burgsteinsee

© Dr.-Ing. Matthias Popp, Burgstraße 19, D-95632 Wunsiedel,

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Zusammenfassung
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Berglage
Tallage
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Abdichtung des Talsees
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Inhaltsübersicht und Zusammenfassung

 

Funktionsprinzip eines Pumpspeicherkraftwerks

Mit Pumpspeichern wird keine Energie erzeugt, sondern Strom zu Zeiten der Überproduktion gespeichert und zeitversetzt, bei Strommangel ins Netz zurückgespeist. Zudem können Pumpspeicher besser als alle anderen Kraftwerke, kurzfristige Unterschiede zwischen Stromnachfrage und Erzeugung ausgleichen. Zur Erklärung dieser Zusammenhänge und der Notwendigkeit von Pumpspeichern werden die wichtigsten Kraftwerkstypen vorgestellt, mit denen in Deutschland Strom produziert wird.

Aufgabe von Energiespeichern im Stromnetz

Das Stromnetz wird vereinfacht mit einem Druckwassersystem verglichen, in das verschiedene Quellen einspeisen. Speicher können anschaulich dafür sorgen, dass der Druck im Leitungssystem innerhalb enger Grenzen konstant gehalten werden kann. So wie die Hybridtechnik beim Auto zur Energieeinsparung beitragen kann, reduzieren Energiespeicher den Primärenergiebedarf bei der Stromversorgung. Sie sind notwendig für den regenerativen Umbau unserer Stromwirtschaft.

Stromwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland

Anhand von Karten des Bundesumweltamtes zur deutschen Kraftwerkslandschaft wird gezeigt, wie, wo und womit heute der Strom produziert wird. Mittlerweile ist in Deutschland mehr Windkraftleistung als Kernkraft installiert. Diese theoretisch installierte Leistung mit mehr als 20.000 Megawatt steht aber nur an, wenn im ganzen Land sehr starker Wind bläst. Ist das nicht der Fall, dann muss diese Leistung jederzeit mit anderen Kraftwerken ersetzt werden können. Deshalb gibt es sehr viele Gaskraftwerke, welche die Erzeugungsschwankungen der Windkraft ausgleichen können. Pumpspeicher, von denen es viel zu wenige gibt, wären die nachhaltigere Alternative, um Erzeugung und Nachfrage zum Ausgleich zu bringen. Mit Ausstieg aus der Kernenergie und Vermeidung von Kraftwerken, die fossile Brennstoffe verfeuern, steigt die Notwendigkeit von schnell verfügbaren Energiespeichern, wenn die Versorgungssicherheit mit Strom erhalten werden soll.

Betriebsvarianten eines Pumpspeichers

Pumpspeicher können Einnahmen erzielen, durch die Bereitstellung von Regelleistung, Nutzung der täglichen Strompreisschwankungen, Bildung eines Stromverbraucherverbundes, Bildung eines Stromerzeugungsverbundes, Bereitstellung von "Schwarzstartfähigkeit" und durch die Kombination mehrerer Möglichkeiten.

landschaftliche Gegebenheiten

Landschaftsmerkmale als Voraussetzung zur Errichtung eines Pumpspeichers werden angegeben und die Situation im Röslautal und am Burgstein dazu in Vergleich gesetzt. Hier könnte der größte Energiespeicher Bayerns und darüber hinaus entstehen. Bilder der bayerischen Pumpspeicherkraftwerke bei Trausnitz und bei Happurg zeigen existierende Anlagen.

Berglage

Die Hufeisenform des Gebirges zwischen Luisenburg, Kaiserfelsen, Burgstein, Haberstein und Schauerberg wird dargestellt. Der Burgsteinsee würde sich ohne Veränderung der Kammlage und der Naturschönheiten auf 820 Metern Höhe in den Fichtenwald einfügen, ohne das Landschaftsbild großartig zu verändern. Das Fassungsvermögen kann von 7 bis 15 Mio. Kubikmeter an die Erfordernisse des Talsees angepasst werden.

Tallage

Der See im Tal wird zu einem erheblichen Teil ausgehoben. Der Seegrund wird auf ca. 530 Metern über dem Meeresspiegel, der Höchstwasserstand bei ca. 540 Metern liegen. Ein sanft gestalteter Damm mit bis zu 10 Metern Höhe im Bereich der Walkmühle bildet den Abschluss. Nur ganz wenige Anwesen wären durch die Schaffung der Wasserfläche unmittelbar betroffen. Je nach Ausführungsvariante hätte der See eine Länge zwischen 2,2 und 4,5 Kilometern, eine maximale Breite zwischen 600 und 1000 Metern und eine Fläche zwischen 100 und 200 Hektar. Bei einer Gesamttiefe von zehn Metern gäbe es eine Pegelschwankung von bis zu sieben Metern. Steile Ufer werden dem See eine besondere Attraktivität verleihen.

Zugang zum Wasser

Schwimmende Rundwege sowie bequeme Zugänge und Zufahrten über sanft geneigte Rampen, die auf Pontonbrücken übergehen, entkoppeln die Freizeitnutzung von den Pegelschwankungen des Sees und sichern einen gefahrlosen, attraktiven Zugang zum Wasser. Schwimmende Bootsanlegestellen und Inseln, die an den Rundweg angedockt sind, ermöglichen eine vielseitige Nutzung der Wasserfläche.

alternative Ufergestaltungen

Flachere Ufergestaltungen sind ebenfalls vorstellbar. Sie reduzieren das für den Pumpspeicherbetrieb verfügbare Volumen des Sees und führen beim Absenken zu einer kleiner werdenden Seeoberfläche. Sie können ggf. kostengünstiger als steile Ufer hergestellt werden. Diese Art der Ausführung könnte allerdings auch zu einem Wegfall der attraktiven schwimmenden Wege und Inseln führen. Auch eine Mischform aus steileren und flacheren Uferzonen ist möglich.

Abdichtung des Talsees

Prinzipielle Überlegungen zum Verhalten des Grundwassers im felsigen und ggf. zerklüfteten Untergrund aus Wunsiedler Marmors werden angestellt. Eine Prinzipdarstellung zur Grundwasserabsenkung durch Tiefbrunnen wird gezeigt. Vorstellungen zu einer Tiefenabdichtung des Dammes an der Walkmühle durch einen Injektionsschleier werden skizziert. Möglichkeiten zur Stabilisierung des Grundwasserspiegels bei am See anliegenden Gebäuden werden diskutiert.

Bodenaushub

Am Burgstein erwarten wir Granit, der von seiner Qualität vermarktbar sein sollte. Im Röslautal steht verwitterungsbeständiger kristalliner Wunsiedler Marmor an, der ebenfalls vermarktbar sein dürfte. Die Baukosten für die Seen könnten sich dadurch reduzieren. Die Menge des Bodenaushubs ermöglicht die Modellierung einer interessanten Landschaft mit Dammfunktion am Burgstein und an der Walkmühle. Der Transport der Massen mit Förderbändern ist kontinuierlich, ruhig und bringt Vorteile gegenüber LKW-Transporten.

Veränderung von Natur und Landschaft

Der Burgsteinsee kommt in einen Wirtschaftswald, der größtenteils aus Fichten besteht. Der Damm kann eine interessante Landschaft formen, mit vielseitigerem Bewuchs, als es jetzt der Fall ist. Durch den Aushub des Sees im Röslautal entsteht entlang des Ufers ein ca. 20 Hektar umfassendes grünes Band, das einen Biotopverbund von Wunsiedel bis Tröstau bildet. Schwimmende Bio-Inseln, die für Publikumsverkehr gesperrt sind, bilden zahlreiche interessante Übergangszonen von Wasser an Land. Wunsiedler See und die Dammlandschaft am Burgstein werden zur Steigerung der Artenvielfalt in diesen Bereichen beitragen. Geruchsemissionen bei abgesenktem Wasserspiegel sind ebenso wenig zu erwarten wie Eutrophierung (übermäßige Algenbildung durch unbewegtes nährstoffreiches Wasser). Der See bildet für den Unterlauf der Röslau sowohl einen Hochwasserschutz als auch eine Wasserreserve für Trockenzeiten.

Strömungsverhältnisse

Die maximalen Strömungsgeschwindigkeiten im Wunsiedler See bleiben unter Schrittgeschwindigkeit und sind in den meisten Bereichen überhaupt nicht wahrnehmbar. Die Zu- und Auslaufstollen zum Kraftwerk befinden sich in einer Bucht, die durch einen schwimmenden Weg abgegrenzt wird. Eine Beeinträchtigung des Freizeitbetriebs durch Strömungen ist nicht zu erwarten.

wirtschaftliche Dimension

Baukosten, Gesamtinvestitionskosten, Auslegungsparameter und Erlösberechnungen werden aufgezeigt. Wenn sich die Investitionskosten in dem aufgezeigten vertretbaren Rahmen bewegen und sich die Erlöserwartungen bestätigen, dann wäre es ein wirtschaftlich hoch interessantes Unternehmen, das erhebliche Finanzströme, Arbeit und Wirtschaftskraft in die Region bringen kann.

Kraftwerkstechnik

Am Beispiel von Goldisthal, werden technische Details eines modernen Pumpspeicherkraftwerks unserer Größenklasse gezeigt. Die eigentliche Technik verschwindet in einer Maschinenkaverne tief unter den Berg. Von außen wird man davon kaum etwas hören und sehen. Der Unterschied in der touristischen Nutzung zwischen Goldisthal und Wunsiedel wird herausgearbeitet.

Projektstand und Ausblick

Wie kam es zu dieser Idee, wie wurde sie weiter entwickelt, welche Gespräche wurden geführt, wie kam das Projekt in die Öffentlichkeit, welche Rolle spielt die Stadt Wunsiedel, wie ist der aktuelle Stand und wie kann es weiter gehen?

Diskussionen in der Öffentlichkeit

Mit Bekanntwerden löste das Projekt sofort heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit aus. Die Bandbreite der Diskussionen und Aktivitäten, die bisher beobachtet werden kann, wird in diesem Abschnitt beschrieben. Im Moment ist es zu früh, die Durchsetzung des Projektes oder dessen Verhinderung zu fordern. Eine qualifizierte Bewertung aller Sachverhalte kann erst nach gründlicher Prüfung aller Fragen, die der Vorschlag aufwirft, erfolgen. Eine Machbarkeitsstudie kann viele Fragen klären, über die zur Zeit noch heftig diskutiert wird.

Bilder und Montagen

Einige Bilder des Röslautals ohne und mit einmontiertem Wunsiedler See.

Bilder anderer Seen

Bilder anderer Stauseen und von Gewässern mit Pegelschwankungen:

- Fränkische Seenplatte mit

  - Altmühlsee,

  - Brombachsee und

  - Rothsee,

- Edersee,

- Goldisthal,

- Saaleseen mit

  - Bleilochtalsperre, Hohenwarte-Stausee und Pumspeicherwerk Eichicht

- Pumpspeicherkraftwerk Waldeck

- Bodensee,

- Talsperre zum Pumpspeicher Trausnitz,

- Untersee zum Pumpspeicher Happurg und

- Schluchsee als Oberbecken der dreistufigen Pumpspeicherkaskade vom Rhein hoch in den Schwarzwald.

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